Frikadellenfahrt ¶
Allgemein ¶
Als Frikadellenfahrt wird der Moment im Abteil bezeichnet, in dem der Nebensitzer oder der Fahrgast in der Reihe vor mir eine saftige Frikadelle, wahlweise auch im Brötchen, auspackt. Diese Frikadelle wird auch als „Bahn-Bulette” bezeichnet. Der Geruch der Frikadelle belästigt in der Regel nicht nur Sie, sondern das gesamte Abteil. Das ist besonders für Vegetarier:innen oder Veganer:innen unangenehm. Neben Ekel verspüren belästigte Fahrgäste nicht selten auch Übelkeit bis hin zum Erbrechen.
Umgang ¶
Auch mit Frikadellen im Abteil gestaltet sich der Umgang schwierig. Gelegentlich kann durch eine freundliche Kontaktaufnahme die Nahrungsaufnahme der verursachenden Person gestoppt werden. Da nicht alle Verursacher eine luftdichte Vesperdose dabei haben, kann es unter Umständen sein, dass sich das Leiden nur verlängert und der Gestank noch länger anhält. Dann hilft meist nur ein Abteilwechsel.
Ausdünstungen ¶
Je nach Verarbeitung und Zusammensetzung der Frikadelle kann es zu Mundgeruch und aufsteigenden, nach Fleisch duftenden Gasen aus dem Magen (auch Rülpser genannt) kommen. Hiergegen sind auch Kaugummis in der Regel machtlos.
Religiöse Verflechtungen ¶
Die meisten Frikadellen werden aus Schweinefleisch oder einer Mischung aus Schweine- und Rinderhack zubereitet. Daher sind Bahnbuletten keine halalen Produkte. Ausnahmen sind Frikadellen, die ausschließlich aus Rinder- oder Hähnchenfleisch bestehen.
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